Leer. Die SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Johanne Modder aus Bunde verlangt von der EWE, allen betroffenen Kunden das Geld für unberechtigt hohe Gasrechnungen unaufgefordert zu erstatten, ohne dass diese sich darum kümmern müssen. „Das Verhalten des Vorstands ist unverschämt und nicht mit dem eines ehrbaren Kaufmanns zu vereinbaren“, kritisiert Modder.
Die EWE hat angekündigt, dass jeder betroffene Kunde individuell seine Forderung schriftlich bei der EWE einreichen muss. Das Oldenburger Unternehmen behält sich außerdem vor, selbst in diesen Fällen die unberechtigt erhobene Summe zurückzubehalten. Dann bliebe diesen Kunden nur der Gang zum Gericht. „Das wäre unerträglich und nicht zu akzeptieren“, sagt Modder.
Die EWE müsse schnell ihren Verpflichtungen nachkommen, die das Urteil des Bundesgerichtshofs vorgebe. Das Gericht hat, wie berichtet, entschieden, dass die Preiserhöhungen der EWE für Gas seit dem 1. April 2007 unberechtigt sind.
Die SPD-Politikerin fordert die Aufsichtsgremien der EWE AG auf, energisch im Sinne der Kunden auf den Vorstand einzuwirken. „Die EWE hat die Pflicht, den Kunden das Geld zurückzugeben. Alles andere muss zurückstehen.“ Modder warnt den EWE-Vorstand davor, die Kommunen, welche in der AG die Mehrheitsanteile besitzen, gegen die Gaskunden auszuspielen und beispielsweise mit niedrigeren Gewinnausschüttungen zu drohen, falls es zu hohen Rückerstattungen komme. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der Vorstand soll zusehen, wie er den Karren aus dem Dreck zieht, den er selbst hineingefahren hat“, erklärt Modder.
am 17. Juli 2010 um 23:08 Uhr